Zum Hauptinhalt springen
Logo Handfacts

Handchirurgie

Handchirurgie.
Eine medizinische Königsdisziplin.

Wenn die Hand Probleme macht

Handkrankheiten und -verletzungen

Wie wichtig die Hand ist erkennen wir häufig erst, wenn sie erkrankt oder verletzt ist. Häufige Handprobleme:

Rheumatoide Arthritis (Bildquelle: gelenk-klinik.de)

Arthritis

Gelenkentzündung

Arthritis tritt in vielen Formen auf, hat zahlreiche Ursachen und weist typische Symptome einer Entzündung auf mit Schmerzen, Schwellungen, Rötungen, Ergüsse, Überwärmung und Bewegungseinschränkungen im betroffenen Gelenk. Die häufigste Form ist die Autoimmunkrankheit rheumatoide Arthritis (Rheuma). Vermögen Medikamente die chronische Entzündung einzelner Gelenke nicht zu stoppen, kann man die entzündete Gelenkinnenhaut chirurgisch entfernen (Synovektomie). Zerstörte Gelenke lassen sich durch künstliche Gelenke ersetzen (Prothesen).

Daumensattelgelenkarthrose (Rhizarthrose) (Bildquelle: www.schulthess-klinik.ch)

Arthrose

Gelenkverschleiss

Die Abnutzung von Knorpel in Gelenken, die Arthrose, ist eine Verschleisserscheinung. Der Knorpelüberzug des betroffenen Gelenkes ist beschädigt oder wird aufgebraucht, was durch altersbedingte Abnützung eines Gelenks oder durch eine entzündliche Erkrankung (Arthritis) entstehen kann. Die Arthrose der Fingermittel- und -endgelenke (z.B. Daumensattelgelenk) ist die häufigste Form von Arthrose am Bewegungsapparat überhaupt und kann Gelenkschmerzen verursachen sowie die Beweglichkeit stark einschränken.

Bandruptur (Bildquelle: ethianum-klink-heidelberg.de)

Bandverletzung

Werden Bänder übermässig gedehnt, z. B. bei Stürzen oder durch Umknicken, kann es zu einer Bänderdehnung, Bänderzerrung oder einem Bänderriss kommen. Eine häufige Bandverletzung an der Hand ist die Seitenbandruptur des Daumens, auch als „Skidaumen“ bezeichnet. Dabei knickt der Daumen im Grundgelenk nach aussen und das innere Seitenband reisst.

Röntgenbild von Handgelenk nach fehlverheilter Fraktur (Bildquelle: www.handchirurgie-hofbeck.de)

Fehlstellung nach Knochenbruch

Als Folge von Knochenbrüchen können Fehlstellungen auftreten, im Bereich des Handgelenks und der Hand betreffen sie z. B. die Unterarmknochen Elle und Speiche, die Mittelhandknochen und die Fingerglieder.

(Bildquelle: www.schulthess-klinik.ch)

Dupuytren Kontraktur

Morbus Duputren

Krankhafte Veränderung der straffen Bindegewebsfasern (Hautverankerungsbänder, Faszien) in der Handinnenfläche zu einer knotigen und/oder strangförmigen Verdickung dieser Schicht durch eine Vermehrung der Bindegewebszellen. Der Kleinfinger ist am häufigsten betroffen, gefolgt von Ringfinger und Daumen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Dieses Bild enthält sensible Inhalte, die einige Personen als störend empfinden.

Multiple kartilaginäre Exosostose (Osteochondrom) (Bildquelle: www.exostosen.de)

Exostose

Knochenwucherung

krankhafte Neubildung von Knochensubstanz, die nach aussen sichtbar wird und an verschiedenen Knochen auftreten kann. Das Überbein kann durch einen äusseren Reiz, z. B. Überbeanspruchung, ausgelöst werden oder auch als gutartiger Tumor entstehen.

Handgelenksfraktur (Bildquelle: www.klinikum.uni-muenchen.de)

Fraktur

Knochenbruch

Knochenbruch, welcher an einer oder mehreren Stellen des Knochens, mit oder ohne Verschiebung (Dislokation) der Bruchstücke (Fragmente), auftritt.
Brüche an der Hand bzw. den Fingern gehören zu den häufigsten Knochenbrüchen und die distale Radiusfraktur (Handgelenksbruch) ist die häufigste Fraktur des Menschen überhaupt.

Handgelenkganglion (Bildquelle: www.schulthess-klinik.ch)

Ganglion

ugs. Überbein

Die gutartige Weichteilschwellung ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste, die sich im Zusammenhang mit einem Gelenk oder einer Sehnenscheide gebildet hat. Das Ganglion ist eine der häufigsten Ursachen für eine elastische bis harte Schwellung im Hand- und Handgelenkbereich und wird im Volksmund auch «Überbein» genannt.

Gefässverletzung

Gefässe sind die Blutadern des menschlichen Körpers, die aus Arterien und Venen bestehen und dem Transport von Blut und Nährstoffen dienen. Die Blutgefässe der Hand sind sehr klein und werden durch die Ellen- und Speichenarterie mit Blut versorgt. Durch Schnitte, Stiche, Dehnungen und Quetschungen können Gefässe verletzt und die Durchblutung unterbrochen werden.

Gelenkkapsel-Entzündung

Synovitis

Akute oder chronische Entzündung der inneren Schicht einer Gelenkkapsel, der sogenannten Gelenkschleimhaut. Bei der Hand kann eine Synovitis in den Fingern, z. B. durch Überstreckung eines oder mehrerer Gelenke, und im Handgelenk Beschwerden verursachen.

Zyste im Kahnbein (Bildquelle: operation-pro.de)

Intraossäres Ganglion

Knochenzyste

Ganglien sind gutartige zystische und mit gallertartiger Flüssigkeit gefüllte Strukturen, die meistens ausserhalb des Knochens auftreten. Ein intraossäres Ganglion ist ein im Knochen liegendes Ganglion, z.B. in den Handwurzelknochen Kahn- und Mondbein oder in den Fingern.

Karpaltunnel (Bildquelle: www.schulthess-klinik.ch)

Karpaltunnelsyndrom

Carpal-Tunnel-Syndrom CTS

Wenn es in der Hand unablässig kribbelt, hat der Mittelhandnerv, welcher Daumen, Zeige- und Mittelfinger sowie die Hälfte des Ringfingers mit Sensibilität versorgt, zu wenig Platz. Dies kann zu einer Durchblutungsstörung im Nerv und dadurch zu einer Funktionseinschränkung führen. Ältere Menschen sind häufiger betroffen.

Enchondrom (Bildquelle: www.handerkrankungen.de)

Knochentumor

Enchondrom, Osteochondrom, Osteosarkom

Geschwulst eines Knochens in gutartiger (benign) oder bösartiger (malign) Form. Während primäre Knochentumore direkt vom Knochen ausgehen, treten sekundäre als Tochtergeschwulst (Metastasen) anderer bösartiger Tumore auf. Bei der Hand entsteht am häufigsten ein sogenanntes Enchondrom, es ist gutartig und betrifft meist die Fingerglieder oder einen der fünf Mittelhandknochen.

Knochenzyste

gutartige tumorähnliche Knochenläsion

sind gutartige Veränderungen im Knochen. Sie bestehen aus einem mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum und können einkämmrig (juvenil) oder mehrkämmrig (aneurysmatisch) sein. Auf dem Röntgenbild sind sie als Aufhellung erkennbar. Bei der Hand kommen sie z. B. in den Handwurzelknochen Kahn- oder Mondbein oder in den Fingern vor.

Nervus ulnaris (Bildquelle: www.schulthess-klinik.ch)

Kubitaltunnel-Syndrom

Ulnare Neuropathie

Nervenkompression/Nerveneinklemmung am Ellbogen: Der Ellennerv liegt im Kubitaltunnel (Sulcus ulnaris) und verläuft an der Innenseite des Ellenbogens im Bereich des „Musikantenknochens“. Da er nicht geschützt wird, ist er verletzungsanfällig. Wenn der Nerv am Ellbogen eingeklemmt ist oder eine Kompression des „Narrenbeinnervs“ vorliegt, handelt es sich um das Kubitaltunnel- oder Sulcus ulnaris-Syndrom.

Loge-de-Guyon Syndrom

Nervenkompressionsneuropathie

Schädigung des Nervs an der Kleinfingerseite (ulnar) des Handgelenks. Sie geht mit Empfindungsstörungen und der Lähmung von Hand- und Fingermuskeln einher. Ursache ist ein Engpass zwischen zwei Handwurzelknochen, wodurch Druck auf den Ellennerv entsteht. Dieses Nerven-Kompressionssyndrom tritt selten auf, löst aber ähnliche Beschwerden wie das Kubitaltunnelysndrom aus.

Mondbeinnekrose

Mondbeintod

Durchblutungsstörung des Mondbeins, welches zum Absterben des Knochens führt. Das Mondbein (Lunatum) ist einer der acht Handwurzelknochen und bildet zusammen mit dem Kahnbein die Gelenkverbindung der Handwurzel mit der Speiche im Unterarm.

Narbenkontraktur

Gewebsschrumpfung

entsteht, wenn das Narbengewebe schrumpft, die Elastizität verliert und sich dabei zusammenzieht, verhärtet und zu Bewegungseinschränkungen führt. Narbenkontrakturen treten häufig nach Entzündungen, Haut- und Weichteilverletzungen sowie Verbrennungen auf. Besonders empfänglich für Narbenprobleme bzw. Funktionsstörungen ist die Innenfläche der Hand oder der Finger.

Nervenverletzung

Nerven sind weit verzweigte Leitungsbahnen und bestehen aus Nervenfasern. Bei Nervenverletzungen ist die Leitung von Bewegungs- und Gefühlsreizen gestört oder nicht mehr möglich. Als Ursache kommen Dehnungen, Quetschungen, Ausrisse sowie eine teilweise oder vollständige Durchtrennung in Frage.

Posttraumatische Arthrose

Verletzungsbedingter Gelenkverschleiss

Posttraumatische Arthrosen können als Folge von Knochen- und Bänderverletzungen auftreten, wobei der Grund für die Gelenkabnutzung der vorangegangene Unfall ist.

(Bildquelle: www.orthobullets.com)

Pronator Teres Syndrom

Nerven-Kompressionssyndrom

Betrifft einen Teil des Mittelarmnervs (Nervus medianus). Dieser durchbricht den Muskel Pronator Teres (Einwärtsdreher) auf der Vorderseite des Unterarms. Durch Drehbewegungen des Muskels kann der Nerv eingeschnürt werden. Als Ursachen kommen ausserdem u. a. Muskelfaserrisse, Blutergüsse oder einseitige andauernde Belastungen infrage.

Pseudarthrose

Falschgelenk- bzw. Pseudogelenkbildung nach einem Knochenbruch, bei dem der gebrochene Knochen nicht heilt und sich weiches Gewebe zwischen den Knochenenden bildet, so dass er nicht wieder zusammenwächst.

(Bildquelle: ©Alila Medical Media ∣ Shutterstock.com)

Rheuma

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Gelenkerkrankung, bei der die Innenhaut von Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln entzündet ist. Sie betrifft den ganzen Körper und verläuft individuell unterschiedlich. Oft tritt sie zuerst an den Händen und Fingern auf mit Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen der Gelenke.

Sehnenscheiden-Entzündung

Tendovaginitis

Sehnen bestehen aus Bindegewebe und sind Teil eines Muskels. Kommt es zu einer schmerzhaften Entzündung der Daumensehnen und ihres Gleitgewebes, sind Schmerzen, Schwellung mit Überwärmung und manchmal Reiben der Sehnen zu spüren. Tritt häufig bei Frauen zwischen 30 und 50 Jahren auf und wird durch wiederkehrende Handbewegungen, Schwangerschaft oder rheumatoide Arthritis ausgelöst.

(Bildquelle: www.gesundheitsinformation.de)

Sehnenverletzung

Sehnen bestehen aus Bindegewebe und enthalten in geringem Masse auch Nerven und Blutgefässe, sie sind Teil eines Muskels und dienen als Verbindung zwischen Muskeln und Knochen. Wird ein Muskel z. B. beim Krafttraining ruckartig kontrahiert oder eine Sehne überbelastet, kann sie ganz oder teilweise reissen. Ebenso können Sehnen bei Schnittverletzungen durchtrennt oder bei Knochenbrüchen geschädigt werden.

Schnellender Finger (Bildquelle: www.schulthess-klinik.ch)

Schnellender Finger

Ein schnellender Finger (Spring-/Schnapp-Triggerfinger) wird durch eine Entzündung des Sehnengleitgewebes und der Sehnenscheide verursacht und ist eine der häufigsten Erkrankungen bzw. Veränderungen der Hand. Jeder Finger kann betroffen sein.

Skidaumen (Bildquelle: www.ksw.ch)

Skidaumen

Ulnare Seitenbandruptur

Seitenbandruptur des Daumens, dabei knickt der Daumen im Grundgelenk nach aussen und das innere Seitenband reisst. Schwellung v.a. Zeigefingerseitig am Daumengrundgelenk, Druckschmerz, Schmerzen bei Beugung des Daumes und Instabilität sind die Symptome.

Supinator Syndrom

Nervenkompressions-Syndrom nahe des Ellenbogens am Unterarm. Ähnlich wie beim Tennisarm treten Druckschmerzen im Bereich des Ellenbogens und an der Aussenseite des Unterarms auf. Die Streckung der Finger kann geschwächt sein und sogar Lähmungen für die Fingerstreckung mit sich bringen.

Strecksehnen des Unterarms (Bildquelle: operation-pro.de)

Tennisarm und Golferarm

Einseitige und repetitive Überbelastungen des Unterarms können zu typischen Entzündungs-Beschwerden führen. Beim Tennisarm (laterale Epicondylitis) verursacht die Reizung am Sehnenursprung der Handgelenkstreckmuskulatur die Schmerzen, während beim Golferarm (mediale Epicondylitis) die Handgelenkbeugemuskulatur auf der Innenseite des Ellbogens betroffen ist.

Veraltete Bandruptur

Bandruptur ist eine Verletzung, bei der ein Gelenkband ganz oder teilweise reisst (Ruptur). Aufgrund der komplexen Anatomie des Handgelenks werden Verletzungen mitunter nicht erkannt und auch nicht behandelt.

Verbrennung

Schädigung des Gewebes durch übermässige Hitzeeinwirkung z.B. durch Flammen, Dämpfe, Gase oder heisse Flüssigkeiten. Dabei kommt es hauptsächlich zu einer Schädigung der Haut und der Schleimhaut (Mukosa) im betroffenen Bereich.

Verstauchung

Infolge eines Unfalls oder einer Verletzung, z.B. beim Sport, kommt es zu einer starken Überdehnung eines Bandes oder einer Gelenkkapsel. Häufig sind Fuss, Knie oder Handgelenk betroffen. Das von der Verstauchung (Distorsion) betroffene Gelenk ist zwar noch belastbar, schmerzt jedoch und ist in seiner Funktionsfähigkeit meist stark eingeschränkt. Das Gelenk schwillt ausserdem auffallend an und es bildet sich ein Bluterguss.

Weichteilverletzung

Durch Quetschverletzungen oder Verbrennungen kann das Weichteilgewebe der Hand – verschiedenen Bindegewebe, das Fett- und Muskelgewebe, einschliesslich kleiner Blutgefässe und Nerven – geschädigt werden. Typisch sind Schwellungen, Blutergüsse und Kraftverlust sowie Schädigungen von Nerven und umliegenden Gefässen.

Wartenberg Syndrom

Nervenkompressions-Syndrom, bei dem es, ähnlich wie beim Supinator Syndrom, zu einer Druckschädigung des Speichennerven (Nervus radialis) am Unterarm kommt. Wenn oberhalb des Handgelenks Druck auf diesen Nerv ausgeübt wird, z. B. beim Tragen einer Armbanduhr oder durch Tätigkeiten, die das Handgelenk belasten, kann es zu Schmerzen und Gefühlsstörungen an der Streckseite des Handgelenks kommen, welche den Daumen und Zeigefinger sowie ein Teil des Ringfingers betreffen.

Quellen

  • www.schulthess-klinik.ch
  • www.usz.ch
  • www.ksa.ch
  • www.kssg.ch
  • www.rheumaliga.ch
  • www.ksw.ch
  • www.handexperten.com